Huret-Schulterplatte GB-116SP
Die Schulterplatte mit Halspfanne ist eine authentische Huret-Schulterplatte, die für unseren Körper FFP-9,5 und dem Huret-Kopf GB-116 (Madame Victorine) angepaßt wurde.
Die Schulterplatte ist breit entlang den Schultern und hinten und vorne ziemlich tief gearbeitet, damit sie auch für die ausgeschnittenen Abendkleider der 1850’er Jahre geeignet ist.
Da die Porzellanschrumpfrate stark vom Typ des Porzellans und der jeweiligen Hochbrandtemperatur abhängt, war es recht schwierig, die Schulterplatte so zu konzipieren, daß sie so gut wie immer problemfrei auf unseren Poupée-Körper passt. Ich hoffe, ich war damit erfolgreich.
Die Schulterplatte sollte nicht zu dick gegossen werden, aber auch nicht so dünn, daß sie zu leicht zerbricht. Je dicker die Platte gegossen wird, umso enger wird es am Oberkörper (und es sieht nicht schön aus). Eine gebrannte Stärke von etwa 2 mm ist gut.
Ich empfehle, die Porzellanmasse bis an den Rand in die Form gießen. Nachdem die richtige Wandstärke erreicht ist, die Masse ausgießen und die Form mit der Öffnung nach unten trocknen lassen, bis das Teil von selbst herausfällt. Die Halspfanne öffnen. Nun warten bis das Teil lederhart oder sogar trocken ist. Die Kanten vorsichtig mit einem Skalpell entlang der Markierung ritzen, bis das überschüssige Teil sicher entfernt werden kann. Bei dieser Arbeit entstehen die meisten Brüche, daher geduldig vorgehen. Falls erwünscht, die vier Ecken leicht abrunden. An der Innenseite die Schnittkanten mit dem Skalpell vorsichtig verjüngen.
Währendessen wird auch eine Platte gegossen (Pfannekuchen), groß genug, daß die Schulterplatte rundum darauf stehen kann. Die Schulterplatte wird auf dieser Platte stehend später gebrannt. Dabei muss Trennmittel auf die Ofenplatte sowie auf den „Pfannekuchen“ platziert werden. Die Platte verhindert Verbiegungen beim Scharfbrand.
Den Rohling nun mit etwas Wasser und einem weichen Fehhaarpinsel glatt pinseln, und auf der Platte (wie oben beschrieben) bis Minibar 05 (etwa 1010°C) brennen. Dann wird die Schulterplatte glatt geschmirgelt (die Schulterplatte und Platte haben nun die Konsistenz eines Tontopfes). Danach wird die Schulterplatte mit der Platte darunter scharf gebrannt.
Nun die Halspfanne mit dünnem Leder füttern. Das Aufziehgummi am Hals des Körpers mit einer Klemmschere abklemmen, den Kopfhaken entfernen und in den Hals des bemalten Kopfes stecken. Das Gummi mit einem Aufziehhaken durch das Loch in der Halspfanne der Schulterplatte ziehen (die Klemmschere entfernen) und den Kopfhaken einhaken. Die Schulterplatte so nach vorne schieben, daß ein Abstand zwischen dem Oberkörper und der Schulterplatte am Busen entsteht und der Rücken sich flach am Oberkörper anschmiegt. Der Spalt zwischen der Schulterplatte und dem Oberkörper vorne wird entweder mit Watte oder mit Bluetack (siehe Gildebrief 2/2010) ausgefüllt. Die Kanten der Schulterplatte mit Leder bedecken (Schnittmuster siehe Gildebrief 2/2010).
Durch diese Schulterplatte bekommt unser FFP-9,5" Körper einen schönen „Busen“, der die Damenkleidung der Zeit wunderbar zur Geltung bringt.
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Wie man die Schulterplatte GB-116SP mit anderen Köpfen (nicht Huret) benutzt
Die Schulterplatte kann auch für Köpfe mit einem dickeren Hals als die Huret verwendet werden (wie GB-113 Madame Sidonie). Dafür wird die Halspfanne ganz herausgeschnitten und das Loch passend für den jeweiligen Kopf geschnitten. Danach, wie beschrieben, weitermachen. Die Schulterplatte ist nicht für Köpfe mit einem kleinerem Halsdurchmessern (von anderen Firmen) geeignet.