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Über uns

25 Jahre Gildebrief -

ein Rückblick.

Das Jahr 2008 war ein Jubiläumsjahr für uns! Der deutsche Gildebrief erschien im 25. Jahr. 1984 begann alles sehr klein, und das ist wortwörtlich gemeint, denn die ersten Gildebriefe wurden im A5-Format gedruckt. Und die Qualität der schwarz-weiß Fotos (außer dem Titelbild – das war immer in Farbe) war auch nicht gerade berauschend, denn zu der damaligen Zeit gab es noch keine Digitalisierung, und Farbfotos zu drucken war unglaublich teuer.

 

Der Artikeltext wurde von der Druckerei in Spaltenbreite gesetzt und in Streifen geliefert.

Für die Gestaltung der Seite wurden dann diese Streifen zurecht geschnitten und um den Platz für Bilder herum auf eine Seitenvorlage aufgeklebt.

 

Die Ausgabe Oktober/November 1984 (siehe Foto) war das Heft 1, und seitdem ist der Gildebrief, wenn auch nicht immer pünktlich, aber doch regelmäßig bis zum heutigen Tage erschienen!

 

Aus der Wiege geholt wurde der Gildebrief seinerzeit von Werner Kesting, Inhaber der Firma Tone & Glasuren Töpfereibedarf Kesting KG, seit Anfang der 80er Jahre auch Importeur von Materialien für Puppenmacher aus den USA.

 

Eine Zeitschrift zu machen war nicht so einfach, wie es schien. Tagelang war Werner damit beschäftigt, seine ersten Artikel zusammenzutippen und zu gestalten. Erfahrung hatte er keine – es war „learning by doing“, er war ein kompletter Autodidakt. Es begann mit 117 Abonnenten und er machte tapfer weiter, denn aller Anfang ist schwer. Langsam aber sicher stieg die Zahl der Anhänger des Gildebriefs.

 

Ende 1988 investierte Werner sehr viel Geld in neue Computer-Technik und neueste Software, und im Februar 1989 erschien der Gildebrief zum ersten Mal in stolzer DIN-A4 Größe, komplett von Werner selbst gestaltet, mit Farbfotos innerhalb des Magazins – ein Zeichen dafür, daß es gut lief!

 

Es gab deutsche Autoren, die regelmäßig für den Gildebrief schrieben, und einige von Ihnen erinnern sich wohl an die interessanten Artikel von Traute von Mendelsohn, Christel Kesting und Karin  Röckseisen. Karin Röckseisen kennen Sie alle, denn sie schreibt immer noch für den Gildebrief. Ihre anschaulichen, unterhaltsamen sowie lehrreichen Reiseberichte sind bei allen Puppenliebhabern beliebt und von allen geschätzt.

 

Sogar Artikel von Karin Buttigieg erschienen schon im Jahr 1989. Diese waren der englischen Zeitschrift „The Doll Artisan“ entnommen, die seinerzeit viele Artikel, übersetzt von Christel Kesting, dem Gildebrief zur Verfügung stellte, denn zu der Zeit war die Firma Kesting alleiniger Importeur aller Seeley-Produkte in Deutschland. Damals boomte das Puppenhobby in Deutschland und weltweit!

 

Das hört sich rückwirkend alles so einfach an, aber es gab unzählige Dramen und Pannen, die immer wieder das pünktliche Erscheinen des Gildebriefs gefährdeten. Artikel wurden zu spät geliefert, es gab Fehler beim Druck, bei den Lithografien, die Gestaltung wurde nicht rechtzeitig fertig, dazu Krankheit, Vergesslichkeit usw. usw. Was schief gehen konnte, ging auch manchmal schief. Aber der Gildebrief erschien letztendlich immer – keine Ausgabe fehlt in den 25 Jahren!

 

Mitte 1990 erhielt der Gildebrief Verstärkung durch eine professionelle festangestellte Grafikerin.

 

1992 kam Karin Buttigieg zum Stammteam des Gildebriefs, und Ende 1992 erschien auch die erste englische Ausgabe des Magazins, die Sonderausgabe „Special Issue“ Gildebrief. Damals wurden noch zwei völlig separate Magazine produziert, was natürlich ein unglaublicher Arbeits- und Geldaufwand war! Irgendwann wurde es einfach unbezahlbar.

 

Seit 1995 ist Karin Buttigieg Herausgeberin des Gildebriefs, nachdem sich Werner Kesting aus dem Geschäftsleben zurückziehen mußte.

1996 wurde entschieden, das deutsche Magazin mit einer separaten englischen Übersetzung anzubieten, nachdem man uns versicherte, daß aus technischen Gründen eine deutsche und englische Ausgabe unter Verwendung des gleichen Layouts nicht möglich sei.

 

Die Lösung fand Werner Kesting Weihnachten 1997, als er unter dem blauen Himmel von Tucson/Arizona saß und seine Freizeit genoß.

 

Zurück in Deutschland ging es sofort zur Druckerei, um herauszufinden, ob die von ihm ausgetüftelte Idee auch funktionierte. Und die Antwort war: Ja, das ist möglich.

Seit 1998 werden der deutsche und englische Gildebrief im gleichen Layout gedruckt, alles in einem Druckvorgang.  Das war für uns ein Segen, denn die Mehrkosten für beide Ausgaben hielten sich im Rahmen.

 

Den Rest kennen Sie. Mittlerweile ist der Gildebrief das älteste Magazin für Puppenmacher weltweit. Obwohl das Puppengeschäft nicht mehr das ist, was es einmal war, der Gildebrief ist nach wie vor sehr populär, was sicherlich zum großen Teil an der weiterhin sehr hohen Qualität der Artikel liegt.

 

Ob wir es wohl noch bis zum 20. Jubiläum des englischen Gildebriefs schaffen? Wer weiß, was uns noch alles bevorsteht, aber wir denken, doch!